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Erzeugerberater – FünfzigstesJubiläum ohne große Feier

  • lbm-ev
  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Technik & Wissenschaft, dmz 01/2026


Der Landesverband Bayerischer und Sächsischer Molkereifachleute und Milchwirtschaftler e. V. hat am 10. und 11.11.2025 zur alljährlichen Erzeugerberatertagung nach Herrsching am Ammersee eingeladen. Dass die Veranstaltung ihr 50. Jubiläum feiern konnte wurde nicht groß gefeiert, wobei der LBM und seine fachlich beratenden Unterstützer schon stolz sein dürfen auf die erfolgreiche Entwicklung dieser Erzeugerberater Weiterbildung, die ihren Ursprung, vor über 50 Jahren im Allgäu hatte. Die Veranstalter haben keine Feier zelebriert, sondern ganz einfach, wie gewohnt, ein interessantes Programm für die 160 Teilnehmer aus fünf Ländern zusammengestellt.



LBM-Geschäftsführer Simon Gutensohn begrüßte die Teilnehmer und bat die bayerische Milchprinzessin um ein Grußwort. Verena Wagner hob die Bedeutung der Milcherzeugerbetriebe hervor und stellte dar, wie wichtig eine fundierte Erzeugerberatung für eine erfolgreiche Landwirtschaft ist. Sie wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf und übergab das Mikrofon an Christian Schramm, der als Moderator durch den Vormittag führte. Schramm moderierte Jukka Likitalo an, Generalsekretär bei eucolait in Brüssel. Sein Thema: »Trump, MKS und Co. – brechen uns die Exportmärkte weg?« Eucolait sieht sich seit 1959 als die Stimme der europäischen Milchhandelsgemeinschaft. Den Mitgliedern werden Politikanalysen, Marktinformationen und maßgeschneiderte Beratung geboten. Gleichzeitig vertritt eucolait die Mitgliederinteressen gegenüber europäischen und anderen Institutionen und fungiert als Plattform für Veranstaltungen und Diskussionen.

Likitalo präsentierte mit zahlreichen Diagrammen den Welthandel und die Nachfragesituation, die EU-Exporte und deren Wettbewerbsfähigkeit. Er sprach über nichttarifäre Handelshemmnisse wie technische und hygienische Hürden. Die Darstellung und Bewertung des Handelskonflikts und des Rahmenabkommens mit den USA sowie die europäische (Frei-) Handelspolitik rundeten seinen Vortrag ab. Das umfangreiche Zahlenmaterial fasste Likitalo zusammen in der Bewertung, dass wir in spannenden und durchaus schwierigen Zeiten agieren, aber weiterhin ein wichtiger Mitspieler im internationalen Wettbewerb sein werden.


PFAS im Fokus

»PFAS – Altlast mit Zukunft? Auswirkungen auf die Milchwirtschaft«, dieses spannende Thema behandelte Dr. Markus Albrecht. Seinen Vortrag eröffnete er mit einem Schmunzeln: »Ich bin, in der Regel, gewohnt, dass ich bei meinen Vorträgen darauf hingewiesen werde, mich an den Zeitrahmen zu halten. Heute war das zum ersten Mal anders herum!« Dr. Albrecht hatte seinen Vortrag über per- und polyfluoriete Alkylsubstanzen gegliedert in Technische Anwendungen, Gesundheitliche Relevanz und Auftreten in der Umwelt, rechtliche Bewertung und Bedeutung in der Lebensmittelwirtschaft. Aufgrund ihrer Eigenschaften wie sowohl wasser- als auch fettabweisend, verbunden mit einer hohen Beständigkeit, sind PFAS ideal für Antihaft-Beschichtungen aller Art. Sie werden auch eingesetzt bei Löschschaum, Kältemitteln, Kosmetika und Pharmaka. Die humantoxikologische Bedeutung ist: sehr wahrscheinlich krebserregend und gesichert reproduktionstoxisch. In der Umwelt treten die Stoffe heute ubiquitär auf, Beispiele für prominente Eintragsquellen sind Klärschlamm allgemein und Löschschaum. Detailliert stellte Dr. Albrecht die rechtlichen Verordnungen, Regelungen und Richtlinien vor. Mit seinem schönen Bild einer Kuh auf der Alm Wiese fasste er zusammen: » Es werden Fälle in der Milchwirtschaft hochpoppen, die eventuell ein in Verkehrsbringungsverbot nach sich ziehen. Auch in Milch, nicht nur Rohmilch, wurden vereinzelt PFAS nachgewiesen, also Obacht!«

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