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50 Jahre Erzeugerberatertagung: Ein Rückblick auf die Entwicklung der Milchwirtschaft

  • 30. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. Feb.

Der Landesverband Bayerischer und Sächsischer Molkereifachleute und Milchwirtschaftler e. V. hat am 10. und 11. November 2025 zur alljährlichen Erzeugerberatertagung nach Herrsching am Ammersee eingeladen. Diese Veranstaltung konnte ihr 50. Jubiläum feiern. Obwohl dies nicht groß gefeiert wurde, dürfen der LBM und seine fachlich beratenden Unterstützer stolz auf die erfolgreiche Entwicklung dieser Erzeugerberater Weiterbildung sein. Ihr Ursprung liegt vor über 50 Jahren im Allgäu. Die Veranstalter haben keine Feier zelebriert, sondern, wie gewohnt, ein interessantes Programm für die 160 Teilnehmer aus fünf Ländern zusammengestellt.



Eröffnung der Tagung


LBM-Geschäftsführer Simon Gutensohn begrüßte die Teilnehmer herzlich. Er bat die bayerische Milchprinzessin um ein Grußwort. Verena Wagner hob die Bedeutung der Milcherzeugerbetriebe hervor. Sie stellte dar, wie wichtig eine fundierte Erzeugerberatung für eine erfolgreiche Landwirtschaft ist. Wagner wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf und übergab das Mikrofon an Christian Schramm. Dieser führte als Moderator durch den Vormittag.


Christian Schramm moderierte Jukka Likitalo an, den Generalsekretär von eucolait in Brüssel. Sein Thema lautete: »Trump, MKS und Co. – brechen uns die Exportmärkte weg?« Eucolait sieht sich seit 1959 als die Stimme der europäischen Milchhandelsgemeinschaft. Den Mitgliedern werden Politikanalysen, Marktinformationen und maßgeschneiderte Beratung geboten. Gleichzeitig vertritt eucolait die Mitgliederinteressen gegenüber europäischen und anderen Institutionen. Zudem fungiert die Organisation als Plattform für Veranstaltungen und Diskussionen.


Welthandel und Wettbewerbsfähigkeit


Likitalo präsentierte mit zahlreichen Diagrammen den Welthandel und die Nachfragesituation. Er sprach über die EU-Exporte und deren Wettbewerbsfähigkeit. Auch nichttarifäre Handelshemmnisse wie technische und hygienische Hürden wurden thematisiert. Die Darstellung und Bewertung des Handelskonflikts sowie des Rahmenabkommens mit den USA rundeten seinen Vortrag ab. Das umfangreiche Zahlenmaterial fasste Likitalo zusammen in der Bewertung, dass wir in spannenden und durchaus schwierigen Zeiten agieren. Dennoch werden wir weiterhin ein wichtiger Mitspieler im internationalen Wettbewerb sein.


PFAS im Fokus


»PFAS – Altlast mit Zukunft? Auswirkungen auf die Milchwirtschaft« war das spannende Thema von Dr. Markus Albrecht. Seinen Vortrag eröffnete er mit einem Schmunzeln: »Ich bin, in der Regel, gewohnt, dass ich bei meinen Vorträgen darauf hingewiesen werde, mich an den Zeitrahmen zu halten. Heute war das zum ersten Mal anders herum!« Dr. Albrecht gliederte seinen Vortrag über per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen in mehrere Abschnitte. Diese umfassten technische Anwendungen, gesundheitliche Relevanz, Auftreten in der Umwelt sowie rechtliche Bewertungen und deren Bedeutung in der Lebensmittelwirtschaft.


Aufgrund ihrer Eigenschaften, sowohl wasser- als auch fettabweisend, sind PFAS ideal für Antihaft-Beschichtungen aller Art. Sie finden auch Anwendung in Löschschaum, Kältemitteln, Kosmetika und Pharmaka. Die humantoxikologische Bedeutung dieser Stoffe ist alarmierend: Sie gelten als sehr wahrscheinlich krebserregend und sind gesichert reproduktionstoxisch. In der Umwelt treten PFAS ubiquitär auf. Beispiele für prominente Eintragsquellen sind Klärschlamm und Löschschaum.


Dr. Albrecht stellte detailliert die rechtlichen Verordnungen, Regelungen und Richtlinien vor. Mit einem eindrucksvollen Bild einer Kuh auf der Almwiese fasste er zusammen: »Es werden Fälle in der Milchwirtschaft hochpoppen, die eventuell ein Verkehrsverbot nach sich ziehen. Auch in Milch, nicht nur in Rohmilch, wurden vereinzelt PFAS nachgewiesen. Also, Obacht!«


Herausforderungen für die Milchwirtschaft


Die Milchwirtschaft steht vor zahlreichen Herausforderungen. Diese reichen von rechtlichen Vorschriften bis hin zu Marktveränderungen. Die Erzeuger müssen sich ständig anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein zentraler Aspekt ist die Qualität der Produkte. Die Verbraucher legen zunehmend Wert auf Transparenz und Nachhaltigkeit. Daher ist es wichtig, dass die Milcherzeuger ihre Produktionsmethoden regelmäßig überprüfen und anpassen.


Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Digitalisierung. Die Einführung neuer Technologien kann helfen, die Effizienz zu steigern und die Produktqualität zu verbessern. Dabei ist es entscheidend, dass die Fachkräfte in der Milchwirtschaft gut geschult sind. Nur so können sie die neuen Technologien effektiv nutzen und die Herausforderungen der Branche meistern.


Zukunftsperspektiven


Die Zukunft der Milchwirtschaft hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen nicht nur technologische Entwicklungen, sondern auch politische Entscheidungen. Die Branche muss sich auf Veränderungen einstellen und flexibel reagieren. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Erzeugern, Beratern und politischen Entscheidungsträgern ist unerlässlich. Nur so kann die Milchwirtschaft in Bayern und Sachsen weiterhin erfolgreich sein.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Erzeugerberatertagung eine wichtige Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen ist. Sie bietet die Möglichkeit, aktuelle Themen zu diskutieren und Lösungen zu finden. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass die Milchwirtschaft in Bayern und Sachsen auf einem guten Weg ist, aber auch vor großen Herausforderungen steht.


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